Tagestipps im Radio

Tagestipps

Donnerstag 19:04 Uhr HR2

Deutsches Jazzfestival Frankfurt 2020 | Reloaded Part 1

Pharoah Sanders / Sonny Sharrock Re-Union | Joe Zawinul / Trilok Gurtu | Albert Mangelsdorff Quintet feat. Wolfgang Dauner & Christof Lauer | The Road To Jajouka feat. Billy Martin / John Medeski / Marc Ribot & The Master Musicians Of Jajouka | Michael Brecker Solo Performance Von der neuen Wirkkraft der historischen Konserve in Zeiten der Pandemie

Donnerstag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

"Kann mir bitte jemand helfen!" Ungewollte Schwangerschaft Von Lydia Heller Seit Jahren geraten Ärztinnen und Ärzte unter immer größeren Druck in Sachen Schwangerschaftsabbrüche. So verbietet Paragraf 219a es ihnen, außerhalb von Fachzeitschriften, öffentlich darüber zu informieren, nach welcher Methode sie arbeiten. Ungewollt schwangere Frauen werden so immer schlechter versorgt.

Donnerstag 21:05 Uhr Bayern 2

radioTexte am Donnerstag

New York Mitte der 70er: Fonny und Tish kämpfen gegen eine rassistische Welt, in der Hautfarbe einen zum Verdächtigen stempelt. Klingt bekannt? James Baldwins Roman ist fast 50 Jahre alt und traurig aktuell. Dreiteilige Lesung mit Constanze Becker. Redaktion und Moderation: Judith Heitkamp "Jeder in Amerika geborene Schwarze ist in der Beale Street geboren, ob in Jackson, Mississippi, oder in Harlem in New York: Die Beale Street ist unser Erbe", hat Baldwin über seinen Roman gesagt. Der Titel verweist auf die Beale Street in Memphis, einst Zentrum der schwarzen Musik in den USA und zeitweise Synonym für "heruntergekommen, chancenlos, resigniert". Und auf einen berühmten Blues-Song. Die Geschichte aber spielt in New York und wird erzählt von Tish, die unterwegs zum Gefängnis ist, um Fonny zu besuchen, ihren Freund und Vater ihres ungeborenen Babys. Fonny wird der Vergewaltigung beschuldigt - wegen seiner Hautfarbe ist für die weiße Polizei klar, dass er der Täter sein muss. James Baldwin (1924-1987) war der führende literarische Kopf des Civil rights movement, doch Anfang der 1970er, als er die Geschichte von Tish und Fonny aufschrieb, hatte er desillusioniert die USA verlassen - auch, um Abstand zu bekommen nach den Morden an Martin Luther King und Malcom X. Beale Street Blues, das in New York spielt - "so nah an der Hölle, dass man riechen kann, wie die Menschen schmoren" - entstand in Europa, in Frankreich. Was tun rassistische Glaubenssätze den Menschen an, Tätern, wie Opfern? Baldwin hat immer gegen den Selbsthass als Produkt des Rassismus gekämpft und thematisiert ihn häufig, auch in diesem Roman: "Die Kinder kriegen eingetrichtert, dass sie einen Dreck wert sind, und alles, was sie um sich herum sehen, ist der Beweis dafür." Beale Street Blues ist fast 50 Jahre alt, ein Klassiker des Kampfes um Gleichberechtigung. 2020 hallt er wieder im Resonanzraum der Black-Lives-matter-Bewegung und des amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfs. Nur rauchen würden Schwangere heute nicht mehr. In der klassischen Lesung liest Constanze Becker aus der Neuübersetzung von Miriam Mandelkow am 29. Oktober sowie am 5. und 12. November 2020 (Produktion: Hessischer Rundfunk). Redaktion und Moderation: Judith Heitkamp. Bayern 2, radioTexte am Donnerstag, die klassische Lesung - auch als BR Podcast "Lesungen".

Donnerstag 22:03 Uhr SWR2

SWR2 NOWJazz

Mit Leichtigkeit komplex - Der Pianist Aaron Parks Von Thomas Loewner Virtuose Pianisten sind im Jazz keine Seltenheit. Insofern könnte man auch Aaron Parks als bloß einen weiteren sehr begabten Vertreter seines Instruments sehen. Doch Parks ist nicht nur ein virtuoser Instrumentalist, sondern er setzt auch als Komponist Zeichen. Er schreibt harmonisch komplexe und vertrackt strukturierte Stücke, die trotzdem eingängig wie ein Popsong klingen können und außerdem ganz selbstverständlich Elemente aus Jazz, Alternative, Electronica und Hip-Hop vereinen. Mit seinem aktuellen Quartett Little Bi hat er zudem eine Band, die seine Ideen mitreißend umzusetzen weiß.

Donnerstag 22:05 Uhr NDR Blue

Nachtclub ÜberPop

Gegenwartsbewältigung Mit Siri Keil "Die Leitkultur hängt in den Seilen, der Trainer massiert ihr die Schultern und legt ihr ein frisches weißes Handtuch um den Nacken. Wir befinden uns in der sechsten Runde, ich setze auf technisches K.o." Mit seinem aktuellen Buch stellt der Politikwissenschaftler und Autor Max Czollek fest: "Konzepte wie Leitkultur und Integration entsprechen schlichtweg nicht mehr der gesellschaftlichen Realität, in der wir heute leben. Kunst, Kultur und Zivilgesellschaft sind schon deutlich weiter, als es die politischen Konzepte sind." Viel beachtet und besprochen wurde Max Czolleks aktuelles Buch "Gegenwartsbewältigung". Mit seinem Plädoyer für eine "Gesellschaft der radikalen Vielfalt" habe er "wirklich einen Nerv der Zeit getroffen", attestiert ihm die New York Times. Derzeit läuft einen Monat lang auf einem Duzend Bühnen im deutschsprachigen Raum der von Czollek kuratierte Kongress "Tage der jüdisch-muslimischen Leitkultur", und auch hier geht es um die Frage, "wie die deutsche Gesellschaft über sich selber nachdenkt, wen sie mitdenkt und wen nicht. Und die Forderung, dass sich das ändern muss." Unter anderem um die Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft, um Komplizenschaften, Musik als Kraftquelle, um wehrhafter Poesie oder wie man von der Bubble in die Charts kommt - darum soll"s gehen bei dieser Ausgabe von Nachtclub ÜberPop. Max Czollek und Siri Keil sprechen - und hören dabei Musik aus dem Schrank des Autors. Erstsendung Sonntag, Wiederholung am Donnerstag auf NDR Blue Nachtclub ÜberPop

Donnerstag 23:00 Uhr rbb Kultur

THE VOICE

Mit Susanne Papawassiliu Hildegard Knef - Die Meisterin der bittersüßen Melancholie. Lakonisch sprechend, trockener Humor, Ironie, Sehnsucht - all das hat Hildegard Knef zu einem ganz eigenen Sound verknüpft. bis 00:00 Uhr

Donnerstag 23:00 Uhr Eins Live

1LIVE Krimi

Stay Enemies Von Sabine Melchior Datenklau der Zukunft: Gehirn-Implantat wird gehackt Fredstar: Jonas Baeck Fredstars Nia: Jean Paul Baeck KarlaK / Karlas Nia: Patrizia Wapinska JendaScore /JendaScores Nia: Fiona Metscher Nia Doc: Holger Kunkel Motte: Martin Bross Chef: Thomas Gimbel Illegaler: David Adlhoch Kurierin: Katja Bramm

Donnerstag 23:03 Uhr Ö1

Zeit-Ton

musikprotokoll 2020. Intime Klangmeditation über den Tod von Jakob Kirkegaard In "Opus Mors" nähert sich der dänische Klangkünstler behutsam dem Schlusspunkt des Lebens - dem Tod. Kirkegaard porträtiert vier Klangumgebungen, von denen der menschliche Körper üblicherweise post mortem umgeben ist: ein Leichenschauhaus, eine Autopsie, eine Feuerbestattung und der Verwesungsprozess. Die damit verbundenen Klangereignisse, die man am eigenen Körper nie spüren wird, sind im doppelten Sinne verborgen. Einerseits sind die Orte nicht öffentlich zugänglich. Anderseits ist explizites Wissen um das, was nach dem Tod mit dem Körper geschieht, ein oft gemiedenes beziehungsweise tabuisiertes Thema. Das Werk ist eine eindringliche und intime Klangmeditation, die uns in diese vier Todesräume versetzt. Gestaltung: Susanna Niedermayr

Donnerstag 23:05 Uhr BR-Klassik

Jazztime

All that Jazz Jacob Garchik gehört zu den gefragtesten und wandelbarsten Posaunisten der amerikanischen Jazz-Szene. Der 44jährige erhielt schon Gehaltschecks von Lee Konitz, John Hollenbeck oder Mary Halvorson. Neben seiner Tätigkeit als kreativer Dienstleister fällt er auch immer wieder durch kuriose eigene Projekte auf, so etwa mit einem "atheistischen" Gospel-Album, einem im Mittelalter angesiedelten Fantasy-Programm namens "Ye Olde" oder mit einer Bigband, die ohne Rhythmusgruppe auskommt. Moderation und Auswahl: Ssirus W. Pakzad

Freitag 00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Klangkunst

What we know is secret The Burma Shave Electrics Vol. 2 Von Raymond Pettibon und Oliver Augst Konzept, Komposition und Realisation: Oliver Augst Mit: Raymond Pettibon, Stella Schnabel, Bo Ginn Pettibon und Brezel Göring Eli Smith, Banjo Alexandre Bellenger, Gitarre Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2019 Länge: 50"06 Eine kultige Werbekampagne für Rasierseife inspirierte den Künstler Raymond Pettibon zu einer langen Reihe von Twittertexten: Klingende Kurzgedichte voll provokativer Anspielungen. Die Burma-Shave-Werbekampagne hat bis heute Kultstatus. Zwischen 1927 und 1963 warb ein Rasierseifenhersteller neben amerikanischen Highways auf hintereinander gereihten Werbetafeln, die im Vorbeifahren raffinierte Reime und witzige Wortspiele offenbarten. Rhythmus und Kürze der Kampagne macht sich der zeitgenössische Künstler Raymond Pettibon zu eigen: Seit Jahren twittert er seine Version der Burma-Shave-Poems. Die Gedichte dienen als Ausgangspunkt für ein Hörstück voll beißendem Spott und provokativer Anspielungen auf die Zustände im heutigen Amerika, entstanden in Zusammenarbeit mit dem Klangkünstler Oliver Augst. Raymond Pettibon, geboren 1957 in Tucson, USA, ist Autodidakt und zeitgenössischer Künstler. Bekannt wurde er mit stilisierten Tuschezeichnungen, die Bild und Text kombinieren. Seit den 1970er-Jahren entwirft er Plattencover und Gelegenheitsgrafik, unter anderem für die kalifornische Punkband Black Flag und die Noise-Rockband Sonic Youth. Seine Arbeiten sind Teil der Sammlungen des Centre Georges Pompidou (Paris), des Museum of Modern Art (New York) und der Tate Gallery (London). Raymond Pettibon lebt und arbeitet in New York. Zusammenarbeit mit Oliver Augst seit 2003. Oliver Augst, geboren 1962 in Andernach am Rhein, ist Komponist und Radiomacher. Er studierte Visuelle Kommunikation mit Schwerpunkt Bühne an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach und Popularmusik/Performance an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Hamburg. Mitbegründer des Künstlerkollektivs "textXTND". Zuletzt gemeinsam mit Sven-Åke Johansson für Deutschlandfunk Kultur: "In St. Wendel am Schlossplatz" (2017). What we know is secret

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