Features im Radio

Features

Donnerstag 09:05 Uhr Ö1

Radiokolleg - Evakuiert, aufgepäppelt, indoktriniert

Die verschiedenen Facetten der Kinderlandverschickungen (3). Gestaltung: Ute Maurnböck Kinder sollten eine Auszeit bekommen: von Krieg, Hunger, Gräuel und Trostlosigkeit. Schon nach dem 1. Weltkrieg gab es Initiativen für Kinderlandverschickungen, vor allem Schweden zeigte sich als großzügiges Gastgeberland. Während des 2. Weltkriegs ermöglichte die sogenannte erweiterte Kinderlandverschickung über zwei Millionen Kindern bzw. auch ganzen Schulklassen des Deutschen Reichs Wochen oder gar Monate bei Gasteltern oder in Gasthäusern zu verbringen. Österreichische Kinder blieben von der Möglichkeit, vor Bomben, Hunger und Mangelerkrankungen bewahrt zu werden, bis 1943 ausgespart. Für die Organisation der "Unterbringungsaktion", ein Euphemismus für den Begriff "Evakuierung", zeichnete die Hitlerjugend verantwortlich. Kinder, die als "asozial" galten, konnten an den Lagern genauso wenig teilnehmen wie solche, die zum Beispiel an Epilepsie litten oder chronische Bettnässer waren. Beim Aufenthalt in den ländlichen Gemeinden standen strenger Gehorsam und Ordnung im Vordergrund. Geländespiele, marschieren und Fahnenappelle gehörten dazu. Viele Kinder kamen auch in Pflegefamilien unter oder wurden bei Verwandten untergebracht. Die meisten Unterlagen zu den Kinderlandverschickungen wurden zu Kriegsende vernichtet, Zeitzeuginnen und Zeitzeugen schilderten ihren Aufenthalt sehr unterschiedlich: einerseits als glückliche Zeit, die sie unbeschwert mit Gleichaltrigen verbringen konnten, andererseits als eine Zeit des Schreckens, in der sie gehänselt wurden und an Heimweh litten. In den Straßennamen Wiens ist die Kinderhilfe bis heute abzulesen: Die Holland- und die Dänenstraße, der Schwedenplatz und der Schweizergarten erinnern daran. Nach dem 2. Weltkrieg - In den Jahren 1947 bis 1958 - brachte die Caritas 37.000 Kinder zum Aufpäppeln ins europäische Ausland. Da gab es etwa die Spanienkinder, die zu Gastfamilien ins diktatorisch geführte Spanien gebracht wurden oder andere, die in die Schweiz, nach Holland oder Schweden kamen.

Donnerstag 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Die US-Präsidentenwahl Kampf ums Weiße Haus Abraham Lincoln Trauma Bürgerkrieg und Traum von Freiheit Das Kalenderblatt 29.10.1917 Berliner Oberturnwart legt Regeln für das von ihm erfundene Handballspiel fest Von Thomas Grasberger

Donnerstag 09:30 Uhr Ö1

Radiokolleg - Das ABC der Speisepflanzen

Q wie Quitte, R wie Rübe, S wie Spinat (3). Gestaltung: Renate Pliem, Sabrina Adlbrecht *S wie Spinat* 1929 schuf der Cartoon-Zeichner Elzie Crisler Segar die Comic-Figur Popeye, den Seemann. Brauchte der Held Superkräfte, schüttete er sich den Inhalt einer Dose Spinat in den Mund. Der Cartoon ließ den Spinatverkauf in den USA in die Höhe schnellen. Lange hielt sich der Mythos von einem außerordentlich hohen Eisengehalt des "Powerfoods". Doch dies ging vermutlich auf einen Rechenfehler zurück: Man analysierte getrockneten Spinat und rechnete dies auf frischen Spinat um. Für die einen ist Spinat ein unliebsamer Geschmack aus der Kindheit, für andere ein wohlschmeckendes und bekömmliches Blattgemüse. Der Echte Spinat gehört zur Familie der Fuchsschwanzgewächse und entstand als Kulturform vermutlich in Südwestasien. Die einjährige krautige Pflanze gibt es in etwa 50 Kultursorten. Spinat kann in der ganzen Vegetationsperiode angebaut werden: Junger Frühjahrs- und Sommerspinat hat kleine, zarte und hellgrüne Blätter. Der Herbst- und Winterspinat ist hingegen dunkelgrün und hat große und feste, fleischige Blätter. Frisch ist die Gemüsepflanze nicht lange haltbar, daher gibt es im Handel hauptsächlich Tiefkühlspinat. Dennoch ist das frischgrüne Blattgemüse ein Spitzenreiter unter den Gemüsesorten. Außerdem hat Spinat einen hohen Gehalt an Mineralien, Vitaminen und Eiweiß. Das Land mit der größten Spinatproduktion ist China, wo mehr als 90% der weltweiten Ernte produziert werden. Gestaltung: Renate Pliem

Donnerstag 09:45 Uhr Ö1

Radiokolleg - Therapeutische Klänge

Musik und Medizin (3). Gestaltung: Katharina Hirschmann Erste schriftliche Zeugnisse, dass sich Musik positiv auf die Gesundheit der Menschen auswirke, findet man im antiken Griechenland. So gab es die Idee des sogenannten "Ethos in der Musik". Bestimmten Tonarten, Rhythmen und Tongeschlechtern wurden Einflüsse auf die menschliche Seele zugeschrieben. In dieser antiken Vorstellung entstanden Krankheiten aufgrund einer Unausgewogenheit der vier Körpersäfte (Blut, Schleim, schwarze und gelbe Galle), deren Mischungsverhältnis harmonisiert werden musste. Wohlklingende Musik sollte dazu ihren Beitrag leisten. Auch setzten sich am Ende des achtzehnten Jahrhunderts viele Pioniere der Psychiatriebewegung für einen humanen Umgang mit psychisch Kranken ein, und plädierten in diesem Zusammenhang auch für die Anwendung von Musik. Konkrete Überlegungen dazu gab es von dem Wiener Arzt Peter Lichtenthal, der in seinen Schriften den Einsatz der Musik bei unterschiedlichen Krankheiten zusammenfasste. Mit dem Arzt und Psychiater Bruno Görgen fand die Musik Einzug in die Wiener Psychiatrie, vornehmlich bei den sogenannten "Gemütskrankheiten" (etwa Depression) und wurde vor allem zur Beschäftigung, Unterhaltung und Zerstreuung von Patienten eingesetzt. Sie sollte aber auch der "Erweichung des Gehirns" (heute würden wir sagen: der Demenz) entgegenwirken. Man erkannte rasch auch die negativen Auswirkungen von Musik auf den Menschen und stellte fest, dass die Musik auf den Patienten abgestimmt werden musste. Der Wirkung von Musik auf den Menschen ist man sich also schon lange bewusst. So wird sie etwa in Form von Musiktherapie und Musikmedizin erfolgreich angewandt. So entsteht einerseits eine Dreierbeziehung zwischen Patienten, Therapeut und Musik, andererseits eine Zweierbeziehung zwischen Patienten und Musik. Die Anwendungsbereiche von musikalischer Therapie sind vielfältig. Sie reichen von physischen bis zu psychischen Erkrankungen. Allen voran werden damit Depressionen und Demenz behandelt. Die Forschung auf diesem Gebiet hat in den letzten zwanzig Jahren einen enormen Aufschwung erlebt, die Wirkung von musikalischer Therapie dementsprechend gut untersucht.

Donnerstag 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Der Aufbau der Erde Kruste, Mantel, Kern Granit Der Stein aus der Tiefe Das Kalenderblatt 29.10.1917 Berliner Oberturnwart legt Regeln für das von ihm erfundene Handballspiel fest Von Thomas Grasberger Der Aufbau der Erde - Kruste, Mantel, Kern Autorin: Katrin Kellermann / Regie: Christiane Klenz Granit - der Stein aus der Tiefe Autor: Geseko von Lüpke / Regie: Sabine Kienhöfer Bizarr aussehende Granit-Fels-Formationen haben die Fantasie der Menschen schon immer angeregt: Da das mineralstoffreiche Gestein auch einen guten Nährboden für mystisch wirkende Heide - und Moorlandschaften darstellt, tummeln sich Hexen und andere Fabelwesen besonders gerne rund um Granitgesteine. Für Wissenschaftler ist Granit dagegen besonders interessant, weil er aus einer Tiefe von zwei Kilometern und mehr stammt und Einblicke in das Erdinnere gewährt. "Hart wie Granit", sagen wir, wenn etwas besonders robust ist. "Auf Granit beißen" wir, wenn keine Aussicht auf Erfolg besteht. Beides Indizien für die hohe Widerstandskraft und Wetterfestigkeit, die Granit zu einem begehrten Baumaterial machen. Ob Pflastersteine, Grabsteine, Gehwegplatten oder auch Curling-Steine, der grobkörnige, von hellgrau über bläulich bis hin zu gelblich und rötlich reichende Granit findet sich praktisch überall. Er kommt auf allen Kontinenten vor, in Bayern unter anderem im Bayerischen Wald, Oberpfälzer Wald und Fichtelgebirge. Moderation: Redaktion: Bernhard Kastner

Donnerstag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

"Kann mir bitte jemand helfen!" Ungewollte Schwangerschaft Von Lydia Heller Seit Jahren geraten Ärztinnen und Ärzte unter immer größeren Druck in Sachen Schwangerschaftsabbrüche. So verbietet Paragraf 219a es ihnen, außerhalb von Fachzeitschriften, öffentlich darüber zu informieren, nach welcher Methode sie arbeiten. Ungewollt schwangere Frauen werden so immer schlechter versorgt.

Donnerstag 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Freispiel

Kurzstrecke 103 Feature, Hörspiel, Klangkunst - Die Sendung für Hörstücke aus der freien Szene Zusammenstellung: Julia Gabel, Marcus Gammel, Ingo Kottkamp und Johann Mittmann Produktion: Autorinnen und Autoren / Deutschlandfunk Kultur 2020 Länge: 56"30 (Ursendung) Neue Hörkunst aus der freien Szene. Heute mit der Frage: Wo in mir ist das Tier - und was hat das mit Gilles Deleuze zu tun? Tier and Loathing Von Jürg Andreas Meister A walking scientist Von Jasmina al-Quaisi Humanoid Nature Von Carina Pesch Außerdem: Neues aus der "Wurfsendung" mit Julia Tieke. Ungewöhnlich und nicht länger als 20 Minuten: Wir stellen regelmäßig innovative, zeitgemäße, radiophone Hörstücke vor. Kurzstrecke 103

Donnerstag 22:08 Uhr Ö1

Radiokolleg

Evakuiert, aufgepäppelt, indoktriniert. Die verschiedenen Facetten der Kinderlandverschickungen (3). Gestaltung: Ute Maurböck Das ABC der Speisepflanzen. Q wie Quitte, R wie Rübe, S wie Spinat (3). Gestaltung: Sabrina Adlbrecht, Renate Pliem Therapeutische Klänge. Musik und Medizin (3) Gestaltung: Katharina Hirschmann

Mittwoch Freitag